Darm

Darmentzündung beim Hund

So wichtig der Darm für die Nährstoffversorgung des Körpers ist, so empfindlich ist er auch. Im Bereich des Darms können bei Hunden verschiedene Entzündungen auftreten. Um diese zu erkennen und wirksam zu behandeln, braucht es eine umfangreiche Diagnostik. Hier erfahren Sie, welche Arten der  Darmentzündung es gibt und wie Sie Ihrem Hund beistehen können.

Was ist eine Darmentzündung?

Darmentzündung Hund
Eine Darmentzündung wirkt sich oft schwerwiegend aus.

Der Darm verrichtet einen Großteil der Verdauungsarbeit: Hier wird die Nahrung, nachdem sie den Magen durchlaufen hat, in ihre Bestandteile aufgespalten. Die extrahierten Nährstoffe kommen auf verschiedenen Wegen bei den inneren Organen an. Zu guter Letzt wird praktisch jede Körperzelle mit Nährstoffen versorgt, die im Darm aufgespalten wurden.

Der Darm besteht aus eine Vielzahl von Epithelzellen. Diese sackförmigen Ausbeulungen im vergrößern die Oberfläche der Darmwand. In ihnen befinden sich zudem die Transportzellen, mit denen Nährstoffe in den Blutkreislauf eintreten. Bei einer Entzündung der Darmschleimhaut ist die Funktion dieser Epithel eingeschränkt. Die Folge ist, dass weniger Nährstoffe aus der Nahrung in den Organismus gelangen. Besteht die Entzündung über einen längeren Zeitraum, erwachsen schwerwiegende Mangelerscheinungen.

Arten der Darmentzündung

Die Darmentzündung wird auch als Enteritis bezeichnet. Von der Entzündung können verschiedene Bereiche des Verdauungstrakts betroffen sein.

Diese vier Arten der Darmschleimhautentzündung unterscheidet man:

  • Enteritis (Entzündung im Bereich des Dünndarms)
  • Colitis (Entzündung im Bereich des Dickdarms)
  • Enterokolitis (Entzündung in Dick- und Dünndarm)
  • Gastroenteritis (Entzündung in Magen und Darm, auch als Magen-Darm-Grippe bezeichnet)

Diagnostik von Enteritis

Weil eine Entzündung des Darms für den Hund schwerwiegende Folgen hat, sollten Sie bei der Diagnose auf Nummer sicher gehen. Ziehen Sie bei dem Verdacht, Ihr Hund habe Darmentzündung, einen Tierarzt zurate. Weil die Ursachen für eine Darmschleimhautentzündung vielfältig sind, müssen verschiedene Untersuchungen vorgenommen werden. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Ihr Vierbeiner tatsächlich unter einer Enteritis leidet.

Im Allgemeinen sollte der Tierarzt vier Untersuchungen vornehmen, um die Auswirkung und Ursachen zu erforschen:

  • Allgemeine Untersuchung des Körpers
  • Parasitologische Kotuntersuchung (Überprüfung, ob Würmer, Giardien oder Kokzidien im Kot vorhanden sind)
  • Großes Blutbild aller Organe (insbesondere Leber, Niere, Pankreas)
  • Untersuchung auf Bakterien, Viren und Pilze

Aus diesen vier Untersuchungen lassen sich häufig bereits Rückschlüsse auf die Form der Erkrankung ziehen. Zudem fällt die Entscheidung für die richtige Therapie mithilfe dieser Erkenntnisse leichter.

In manchen Fällen sind die Daten aus den vier oben genannten Untersuchungen nicht aufschlussreich genug. In diesen Fällen können zwei weitere Laboruntersuchungen Licht ins Dunkel bringen. Die Bestimmung der Schilddrüsenhormone kann Aufschluss über die Wechselwirkungen im Hormonstoffwechsel geben. Eine Untersuchung der Mineralstoffe im Fell lässt Rückschlüsse auf die Mineralstoffversorgung im Allgemeinen zu und offenbart, falls eine Toxinbelastung vorliegen sollte.

Symptome einer Darmentzündung

Je nach Art der Darmschleimhautentzündung kann es zu verschiedenen Symptomen bei Hunden kommen. Beachten Sie, dass gelegentliches Auftreten eines oder mehrerer dieser Anzeichen nicht gleich eine schwerwiegende Erkrankung bedeuten muss. Es ist jedoch ratsam, beim ersten Anzeichen wachsam zu sein und Ihren Hund genau zu beobachten.

Ein sehr häufiges Symptom bei Darmentzündung ist Durchfall. Gerade hier ist es besonders wichtig, nicht sofort vom schlimmsten auszugehen, wenn der Kot Ihres Hundes einmal flüssig ist. Bei einem vermehrten Auftreten über mehrere Tage hinweg ist jedoch Vorsicht geboten.

Bei der Gastroenteritis kommt es oftmals außerdem zu Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Alle Formen der Darmschleimhautentzündung können zu Darmkrämpfen führen, sich sich in Blähungen äußern.

Wegen der verminderten Aufnahme von Nährstoffen ist eine Abmagerung des Hundes möglich. Es kann zudem vorkommen, dass Ihr Vierbeiner eine erhöhte Körpertemperatur aufweist. Dazu gesellen sich manchmal verstärkter Durst und Antriebslosigkeit.

Ursachen von Enteritis

Die Darmschleimhaut kann sich bei einer Vielzahl von Fremdkörpern entzünden. Viren wie Parvoviren, Staupeviren, Leptospiren, Rotaviren sind häufige Verursacher von entzündlichen Reizungen in der Darmschleimhaut. Auch Bakterien wie Salmonellen, E. coli oder Campylobacter können die gefährliche Entzündung im Darm hervorrufen. Einige Pilze, wie etwa Candida albicans oder Aspergillus sind ebenfalls in der Lage, entzündliche Reaktionen zu erzeugen. Zudem können Parasiten, etwa Würmer oder Protozoen, eine Enteritis auslösen.

Darmentzündungen sind als Begleitsymptome von Autoimmunkrankheiten möglich. Insbesondere eine Allergie gegen bestimmte Futtermittel ist in der Lage, die Darmschleimhaut schwer zu belasten. Beim Inflammatory Bowel Disease (chronische Darmerkrankung) kommt es regelmäßig zu Entzündungen im Darmbereich.

Eine Entzündung kann sich auch dadurch entwickeln, dass sich verschiedene Zellen zu einem Konglomerat ansammeln, welches sich dann entzündet. Diese Art der Entstehung wird als granulomatöse Enteritis bezeichnet.

Ungeklärt ist bislang, ob das Akute Hämorrhagische Diarrhoesyndrom im Zusammenhang mit einer Darmschleimhautentzündung steht.

Weitere mögliche Ursachen sind Unverträglichkeiten (vor allem gegenüber Medikamenten), Schadstoffbelastungen oder falsche Fütterung. Bisweilen können Stoffwechselstörungen, die von der Schilddrüse ausgehen, eine Darmschleimhautentzündung begünstigen. Zu guter Letzt sind psychische Faktoren, insbesondere Stress, mögliche Ursachen für eine Entzündung im Darm.

Ernährung von Hunden mit Darmentzündung

Hund Fasten Wasserzufuhr.
In den Fastentagen muss für ausreichen Wasser gesorgt sein.

Wenn Sie feststellen, dass bei Ihrem Hund eine Darmentzündung vorliegt, sollten Sie ihn zunächst ein bis zwei Tage fasten lassen. Auf diese Weise kann sich die geschundene Darmschleimhaut ein wenig erholen. Während der Fastentage müssen Sie darauf achten, dass Ihrem Hund immer ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung steht. Stellen Sie daher immer eine Schüssel Wasser bereit. Wenn Ihr Hund daran gewöhnt ist, können Sie etwas Kräutertee anbieten.

Nach den Fastentagen beginnt eine Diät, die auf die Bedürfnisse des vierbeinigen Patienten zugeschnitten ist. Die Nahrung besteht aus leicht verdaulichen Speisen, die mit Nährstoffen angereichert sind. Das Diätfutter sollte weniger Proteine als bei gesunden Hunden enthalten. Es bietet sich an, die Proteinzufuhr aus wenigen Quellen zu beziehen, bspw. mageres Fleisch, Hüttenkäse oder Quark. Auf diese Weise stellen Sie den angegriffenen Darm nicht vor zu große Herausforderungen.

Weil der entzündete Darm weniger Nährstoffe aufnimmt, müssen Sie darauf achten, dass der Nährstoffgehalt des Futters erhöht ist. Dies erreichen Sie durch Zugabe verschiedener Nahrungsergänzungsmittel.

Zur Fütterung bei Enteritis bietet es sich an, Knochenpaste ins Futter zu mischen. Auf diese Weise können Sie viele Mineralstoffe hinzufügen, um die verminderte Aufnahme auszugleichen. Eine weitere mögliche Zutat bei der Darm-Diätkost ist ein Brei aus Kartoffeln, Äpfeln, Karotten und Fenchel. Fügen Sie den Futter eine Kräutermischung (z.B. Kamille, Heidelbeeren, Eichenrinde und Malve) hinzu, um den Nährstoffgehalt zu erhöhen. Runden Sie das Futter mit einem hochwertigen Öl ab, um Ihrem Hund essenzielle Fettsäuren zukommen zu lassen.

Zur Nahrungsergänzung bieten sich unter anderem folgende Zutaten an:

  • Heilerde
  • Moortränke
  • Aloe Vera
  • Essenzielle Mikroorganismen
  • Gerstengras
  • Katzenkralle
  • Grapefruitkern-Extrakt
  • Coprinus
  • Propolis
  • Slippery Elm

 

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